Plastische Füllmaterialien
Hierunter sind alle Zahnfüllungen zu verstehen, die in den Zahn eingebracht,
auf kaltem Wege, (Kristallisation, Polymerisation, Metallbindung) fest werden
und damit einen dauerhaften oder provisorischen Verschluss der Kavität bilden.
Amalgam
Klassisches Füllungsmaterial für Seitenzähne.
- Wird heute wegen eines seiner Hauptbestandteile, des Quecksilbers,
abgelehnt. Insbesondere beim Legen und Entfernen der Füllung werden giftige
Quecksilberdämpfe frei. Der konkrete Nachweis von Gesundheitsschädigungen
steht indes noch aus. Heute wird Amalgam nur noch wegen seiner
Wirtschaftlichkeit eingesetzt. Es stellt keine hohen Anforderungen an die
Verarbeitung und ist im Vergleich zu den anderen Werkstoffen billig. Dabei
hat aber auch die silbergraue Farbe, die sich schon bald zu unschönem
schwarzgrau wandelt, schon immer gestört.
- In der gesetzlichen Krankenkasse liegt der Preis für eine
Füllung je nach Grösse zwischen ca. 14
EUR und 36 EUR.
Dieser Preis ist deswegen besonders interessant, weil Amalgam immer noch das
einzige Füllungsmaterial ist, worauf gesetzlich versicherte Patienten
Anspruch haben.
- Einzige Ausnahme:
Bei Allergien auf Amalgambestandteile oder schweren
Nierenfunktionsstörungen übernehmen die Gesetzlichen die höheren Kosten
der Kunststofffüllungen.
- Allerdings können von allen GKV - Patienten beim Einsatz anderer
Füllungsmaterialien Mehrkostenvereinbarungen abgeschlossen werden, wobei
der Preis für die vergleichbare Amalgamfüllung erstattet wird.
Glasionomerzemente
Füllmaterial meist in einem gelblichen Farbton, aber auch grün oder blau
eingefärbt oder metallhaltig grau.
- Geeignet für:
Langzeitprovisorium und Milchzähne
auch für definitive Füllungen, die nicht unmittelbar der Kaukraft
ausgesetzt werden.
- Eigenschaften:
gute Haftung an der Zahnhartsubstanz
Freisetzung von Fluorid (gegen Sekundärkaries)
- Bestandteile: Ca-Na-Al-F-Silikatgläser und organische Säuren wie:
Acrylsäure - Maleinsäure - Weinsäure
- Hybridglasionomerzemente und Kompomere enthalten zusätzlich
lichthärtende Kunststoffanteile.
Die Verarbeitung ist nicht schwierig. Die Abrechnung über die gesetzliche
Krankenversicherung ist möglich.
Dentinadhäsive
Mehrschichtrekonstruktion
"Kunstofffüllung"
Können immer gelegt werden, wenn die Schäden am Zahn nicht zu gross und gut
zugänglich sind. Die materialgerechte Verarbeitung ist anspruchsvoll und
zeitaufwendig. Die Farbe kann gut abgestimmt und angepasst werden.
Farbmischungen sind möglich.
- Eigenschaften:
gute Haftung an der Zahnhartsubstanz
hohe Abriebfestigkeit
gute Ästhetik durch natürliche Zahnfarbe
- Bestandteile:
Organische Makromoleküle (Methacrylate)
Füllstoffe (SiO2, Quarzmehl, Barium-Aluminium-Glas u.a.)
Haftvermittler (Silane = organische Siliziumverbindungen)
Die Abrechnung über die gesetzliche Krankenkasse ist nur in Ausnahmen
(Allergien auf Amalgambestandteile oder schweren Nierenfunktionsstörungen)
möglich.
Über Mehrkostenverträge entstehen Eigenbeteiligungen von ca. 40 EUR bis 100
EUR pro Füllung. Ausschlaggebend ist dabei immer der konkrete Aufwand z.B. durch
farbliche Anpassung.