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Operative Entfernung von Weisheitszähnen

Warum müssen Weisheitszähne entfernt werden ? Weisheitszähne verursachen öfter als andere Zähne Probleme.
  • es ist nicht genug Platz vorhanden. Der Zahn kann nicht oder nur teilweise durchbrechen
  • Seine Lage kann zu Entzündungen oder sogar zu Vereiterungen führen
  • Es ist ein Hohlraum ( Zyste ) entstanden.
  • Er beschädigt den Nachbarzahn.
  • Der Zahn hat eine Entzündung an der Wurzelspitze und/oder eine tiefe Karies.
  • u.a.
Wie wird der Eingriff durchgeführt ? In den meisten Fällen mit einer örtlichen Betäubung. In komplizierten Fällen aber auch in Narkose. Wenn Sie an Einzelheiten des chirurgischen Vorgehens interessiert sind, fragen Sie bitte Ihren Zahnarzt.

 

Worauf müssen Sie achten ?
  • Ihr Reaktionsvermögen kann nach der örtlichen Betäubung und/oder der Einnahme von Schmerzmitteln beeinträchtigt sein. Sie sollten nicht aktiv am Strassenverkehr teilnehmen, nicht an gefährlichen Maschinen arbeiten und keine wichtigen Entscheidungen treffen.
  • Nach dem Eingriff kommt es fast immer zu einer Schwellung, die im Laufe von mehreren Tagen wieder zurückgeht. Wenn Schmerzen auftreten, können Sie diesen mit Schmerzmitteln begegnen. Die Mundöffnung kann eingeschränkt sein.
  • Wenn es zu Nachblutungen kommt, beissen Sie für etwa dreissig Minuten auf ein sauberes Taschentuch (... oder sterilen Verbandmull, falls vorhanden).
  • Wenn Störungen auftreten, die Sie beunruhigen, wenden Sie sich an Arzt oder Zahnarzt.
  • Wurde die Wunde vernäht, ist die Entfernung der Fäden notwendig.
  • Manchmal müssen auch Antibiotika verordnet werden.
Kann es zu Komplikationen kommen ? In den meisten Fällen wird die Operation gut verlaufen. Grössere Komplikationen, die nicht zu beherrschen wären, gibt es kaum. Trotzdem kann es im Einzelfall zu Komplikationen kommen, die eventuell weitere Massnahmen erforderlich machen:
  • Allgemeine Komplikationen
  • Blutungen ( können mit Naht oder Verbandplatte behoben werden)
  • Entzündungen, Eiteransammlung, Knochenentzündung ( Behandlung mit Antibiotika,  Spülungen, evtl. Nach-OP)
  • Überempfindlichkeiten / Allergien gegen eingesetzte Betäubungsmittel oder Medikamente äussern sich durch
    z.B. Juckreiz, stärkere Reaktionen können Kreislaufreaktionen, Atemstörungen und Krampfanfälle sein. Diese treten äusserst selten auf und müssen teilweise stationär behandelt werden.
  • Thrombosen/Embolien oder Kreislaufreaktionen treten äusserst selten auf
  • Spezielle Komplikationen bei der Weisheitszahnentfernung:
  • Abbrechen feiner Wurzelspitzen: Je nach Befund werden sie entfernt oder auch belassen.
  • Beschädigung von Nachbarzähnen durch den Einsatz der Instrumente
  • Spezielle Komplikationen im Oberkiefer:
  • Kieferhöhlenentzündung ( Bei der Eröffnung der Kieferhöhle oder beim Eindringen abgebrochener Wurzelspitzen kommt es zur Kieferhöhlenentzündung. Die Behandlung mit Antibiotika oder eine Operation kann erforderlich werden)
  • Spezielle Komplikationen im Unterkiefer
  • Gefühlsstörungen im Bereich des Unterkiefers und der Unterlippe, weil der Unterkiefernerv manchmal sehr nahe an den Wurzeln der Weisheitszähne liegt, kann es zu einer mechanischen Schädigung des Nerven kommen.
  • Gefühlsstörungen der vorderen Zungenhälfte. Der Zungennerv liegt auf der Innenseite des Unterkiefers, sehr nahe am Weisheitszahn. Dennoch wird er nur ganz selten bei der Operation berührt. Kommt es dazu, ist mit Taubheitsgefühl und Geschmacksstörungen auf der entsprechenden Seite zu rechnen.

Die genannten Nervenstörungen sind meist vorübergehend. Bewegungseinschränkungen von Zunge oder Unterlippe bestehen dabei nicht.

  • Unterkieferbruch: Zur Freilegung des Zahnes wird notwendigerweise etwas Knochen entfernt, was den Unterkiefer in diesem Bereich geringfügig schwächt. Bei der Operation, aber auch noch bis zu drei Wochen später kann es dadurch bei ungünstiger Belastung zu einem meist harmlosen Unterkieferbruch kommen, der behandelt werden muss und meistens ohne grössere Probleme ausheilt.
Weitere Fragen ? Bitte fragen Sie nach allem, was Ihnen wichtig erscheint !

z.B. Wie dringend ist der Eingriff ?
Gibt es Behandlungsalternativen ?
Gibt es weitere Risiken, die noch nicht erwähnt wurden ? usw.